24 Jun 2026
Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021: Fokus auf Kanalisierung und Marktregulierung

Die 16 Bundesländer prüfen derzeit den Glücksspielstaatsvertrag 2021 in einer umfassenden Evaluierung, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein soll, und untersuchen dabei die Wirkung strenger Spielerschutzregeln sowie der 5,3-Prozent-Einsatzsteuer auf die Kanalisierung von Spielern in den regulierten Markt.
Im Juni 2026 laufen die Bewertungen weiter, während Behörden und Betreiber den Austausch intensivieren, um Aspekte wie Lizenzvergabe, Werbebeschränkungen und Produktregeln für Online-Casino-Spiele zu analysieren, wobei Tischspiele wie Blackjack, Roulette und Baccarat weiterhin unter fragmentierter Kontrolle der einzelnen Länder stehen.
Struktur der laufenden Überprüfung
Die Bundesländer sammeln Daten zu Lizenzierungsverfahren und Werberichtlinien, während sie gleichzeitig prüfen, ob die festgelegten Einsatzlimits und Einzahlungsobergrenzen Spieler erfolgreich in lizenzierte Angebote lenken oder ob alternative Märkte an Bedeutung gewinnen. Experten der Landesbehörden werten Berichte aus, die Aufschluss über Nutzungsverhalten und regulatorische Auswirkungen geben, und koordinieren ihre Ergebnisse in gemeinsamen Sitzungen.
Die Evaluierung umfasst auch die Analyse von Produktregeln für Online-Casino-Spiele, bei denen Tischspiele separat betrachtet werden, da deren Regulierung nicht einheitlich auf Bundesebene erfolgt, sondern von den jeweiligen Landesvorgaben abhängt.
Bewertung von Kanalisierungseffekten und Steuerregelungen
Beobachter erfassen, inwieweit die Kombination aus Spielerschutzmaßnahmen und der Einsatzsteuer in Höhe von 5,3 Prozent die Nachfrage in den lizenzierten Bereich verschoben hat, und vergleichen diese Entwicklungen mit Aktivitäten außerhalb des regulierten Rahmens. Die 16 Länder nutzen dabei statistische Auswertungen und Marktdaten, um festzustellen, ob Anpassungen notwendig sind, um die Attraktivität legaler Angebote zu erhöhen.
Im Fokus stehen auch Werbebeschränkungen, die darauf abzielen, vulnerable Gruppen zu schützen, während gleichzeitig die Lizenzvergabe für Betreiber transparenter gestaltet wird. Die Ergebnisse fließen in den Gesamtreport ein, der bis Ende 2026 vorliegen muss.

Erwartete Anpassungen und Dialog zwischen Akteuren
Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Evaluierung gezielte Änderungen bei Stake-Limits oder Einzahlungshöchstbeträgen hervorbringt, anstatt grundlegende Reformen des gesamten Vertrags einzuleiten. Der verbesserte Austausch zwischen Aufsichtsbehörden und Lizenzinhabern unterstützt diese Einschätzung, da beide Seiten Daten und Erfahrungen teilen, um praktikable Lösungen zu entwickeln.
Die Fragmentierung bei Tischspielen bleibt ein separates Thema, da Regelungen für Blackjack, Roulette und Baccarat auf Länderebene variieren und daher individuelle Bewertungen erfordern. Die Bundesländer integrieren diese Aspekte in ihre gemeinsame Berichterstattung, um ein kohärentes Bild der Marktsituation zu zeichnen.
Laut Branchenberichten zeigen erste Indikatoren, dass der Dialog Fortschritte ermöglicht, ohne dass umfassende Umstrukturierungen erforderlich werden. Die Evaluierung berücksichtigt zudem internationale Vergleiche, um die Effektivität der deutschen Regelungen einzuordnen.
Abschließende Bewertung und Ausblick
Die Ergebnisse der Evaluierung werden voraussichtlich im Dezember 2026 veröffentlicht und dienen als Grundlage für mögliche Nachjustierungen im bestehenden Rahmenwerk. Die 16 Bundesländer legen dabei Wert auf eine datenbasierte Herangehensweise, die sowohl Spielerschutz als auch Marktfunktion berücksichtigt.
Behörden und Betreiber setzen den Austausch fort, um die Umsetzung bestehender Vorgaben zu optimieren und auf Basis der gesammelten Erkenntnisse gezielte Maßnahmen abzuleiten. Die Überprüfung bleibt damit ein zentraler Prozess zur Weiterentwicklung der Regulierung im deutschen Online-Glücksspielmarkt.